Jugendliche treffen Unternehmen direkt, persönlich und praxisnah. Mit den Bustouren des Friedrichshain Kreuzberger Unternehmervereins kommen Schülerinnen und Schüler mit Betrieben in Kontakt, die Ausbildungs und Karrieremöglichkeiten zeigen – von Handwerk bis Technik, von Nachhaltigkeit bis Pflege. Ziel ist es, Jugendlichen authentische Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen und Interesse an Ausbildung und Berufseinstieg zu wecken.
Am 1. und 4. Dezember 2025 finden die nächsten beiden Bustouren statt. Teilnehmen werden Gruppen der Ellen-Key-Schule, Alfred-von-Graefe-Schule und Robert-Koch-Gymnasium.
Die Jugendlichen erleben vor Ort, wie vielfältig die Berufswelt in Berlin ist. Sie sprechen mit Auszubildenden und Fachkräften und lernen Berufe kennen, die für ihre Zukunft interessant sein können.
Unternehmen, die sich beteiligen möchten, können ihren Betrieb für rund 60 bis 90 Minuten öffnen und beispielsweise eine Führung, einen Azubi Austausch oder eine kurze Präsentation anbieten. Die Teilnahme ist einfach und bietet die Chance, direkt mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen und das eigene Unternehmen als engagierten Ausbildungsbetrieb zu präsentieren.
Im September öffneten gleich fünf Berliner Unternehmen ihre Türen für die 9. Klassen der Ellen-Key-Schule aus Friedrichshain. Gemeinsam mit dem Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein (FKU) konnten die Jugendlichen Einblicke in die Praxis gewinnen, erste Kontakte in die Berufswelt knüpfen und sich ganz konkret mit Ausbildungsmöglichkeiten auseinandersetzen.
Mit dem Schiff durch die Stadt – Stern und Kreisschiffahrt GmbH
Den Auftakt machte die Stern und Kreisschiffahrt GmbH. Ausbildungsleiter und Binnenschiffer Martin Böll stand den Jugendlichen Rede und Antwort und schilderte anschaulich, wie vielfältig der Arbeitsalltag auf dem Wasser ist. Besonders beeindruckend war die gemeinsame Fahrt mit einem Fahrgastschiff von Treptow nach Berlin-Mitte. Theorie und Praxis griffen hier perfekt ineinander – und die Jugendlichen konnten hautnah erleben, was es bedeutet, Verantwortung auf einem Schiff zu übernehmen.
Technik zum Anfassen – Siemens AG, Niederlassung Berlin/Brandenburg
Hier öffnete uns die Lehrwerkstatt ihre Türen. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen lebendigen Eindruck davon, wie technische Ausbildung bei einem internationalen Konzern funktioniert. Besonders wertvoll: der offene Austausch mit dual Studierenden, die aus erster Hand berichteten, wie sich Studium und Praxis verbinden lassen. Ein spannender „Funfact“ sorgte für Staunen: Siemens stellt längst keine Waschmaschinen mehr her – ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, veraltete Vorstellungen zu hinterfragen.
Chemie in Aktion – BASF Services Europe GmbH
Bei der BASF Services Europe GmbH standen diesmal die Themen rund um Personal und Ausbildung im Mittelpunkt. Acht Auszubildende übernahmen die Rolle von Workshop-Leitenden und stellten den Jugendlichen in kleinen Übungen und Rechercheaufgaben verschiedene Facetten des Unternehmens vor. So bekamen die Teilnehmenden ein klares Bild von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich bei BASF im Bereich Ausbildung und Karriere eröffnen. Den Abschluss bildete eine spannende Hausführung, bei der gezeigt wurde, wie moderne Arbeitsplätze in der Hauptstadt gestaltet sind und welche Rahmenbedingungen junge Talente dort erwarten.
Gesundheit erleben – Charité Universitätsmedizin Berlin
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Charité, einem der größten Universitätsklinikum Europas. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie vielfältig die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im Gesundheitswesen sind – von medizinisch-technischen Berufen über Pflege bis hin zu administrativen Tätigkeiten. Besonders spannend war der direkte Austausch mit Auszubildenden, die von ihrem Alltag in einem so komplexen und bedeutenden Umfeld berichteten. Für viele wurde dabei deutlich: Gesundheit ist nicht nur ein Berufsfeld, sondern eine Berufung.
Automobilkompetenz erleben – im Mercedes Benz Werk Berlin
Den Abschluss bildete ein Besuch bei der Mercedes-Benz. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, welche Berufe hinter der Automobilproduktion stecken und wie stark Innovation und Tradition hier zusammenspielen. Auch hier standen Auszubildende Rede und Antwort – ein direkter Draht, der viele offene Fragen klären konnte und Inspiration für mögliche Praktika oder Ausbildungswege bot.
Von Neugier zu Motivation – echte Orientierung, echte Erlebnisse
Am Ende nahmen die Jugendlichen mehr mit als nur Informationen: Sie gewannen konkrete Ideen für ihre berufliche Zukunft, erlebten Arbeitswelten unmittelbar und konnten den Auszubildenden Fragen stellen, die sie wirklich bewegten. Gerade diese Mischung aus Orientierung, Erlebnis und direktem Austausch macht den Unterschied – und sorgt dafür, dass aus Neugier Motivation wird.
Mehrwert für beide Seiten
Für die Unternehmen boten die Tage die Chance, junge Talente für ihre Ausbildungsberufe zu begeistern, den eigenen Nachwuchsbedarf zu sichern und frühzeitig Kontakte zu potenziellen Praktikantinnen und Praktikanten zu knüpfen.
Der FKU übernahm die Rolle des Vermittlers und Organisators: Wir haben die Ellen-Key-Schule mit den Unternehmen zusammengebracht, die Besuche vorbereitet und vor Ort begleitet.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zeigen deutlich: Solche Unternehmensbesuche wirken – sie schaffen Orientierung, Motivation und Lust auf die Zukunft. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen, indem sie direkt mit interessierten Jugendlichen in Kontakt treten.
👉 Unser Appell an alle Unternehmerinnen und Unternehmer: Nutzen Sie die Chance, junge Menschen für Ihr Unternehmen zu begeistern! Öffnen auch Sie Ihre Türen für Schulklassen – und sichern Sie sich damit nicht nur wertvolle Fachkräfte von morgen, sondern auch frische Perspektiven für Ihr Unternehmen.
Beim Fest der Nachbarschaft in Kreuzberg war der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein mit seiner Elternsprechstunde am Stand der Jugendberufsagentur Berlin vertreten.
In zahlreichen Gesprächen mit Eltern, Jugendlichen und Fachkräften ging es um berufliche Perspektiven, Ausbildungsmöglichkeiten und konkrete Wege in den Arbeitsmarkt. Besonders erfreulich war das große Interesse – sowohl an den Beratungsangeboten als auch an den vielen Mitmachaktionen vor Ort.
Solche Formate zeigen, wie wichtig niedrigschwellige Ansprachen und direkte Begegnungen sind – auch für Unternehmen, die Fachkräfte von morgen suchen. Der persönliche Austausch schafft Vertrauen und eröffnet Chancen.
Genau dieser Frage sind wir beim Messetraining zur Vorbereitung auf den Karrieretag in der East Side Mall am 25. Juni 2025 auf den Grund gegangen – und zwar mit einem praxisnahen, inspirierenden Workshop, der mehr geboten hat als nur Theorie.
Denn wer kennt das nicht: Der Messestand ist perfekt geplant – ansprechend gestaltet, gut beleuchtet, der Vorrat an Giveaways gut gefüllt. Alles scheint bereit. Und doch fehlt oft ein entscheidender Erfolgsfaktor: die Menschen, die am Stand stehen. Genau auf diese Menschen, die Gesichter und Stimmen hinter dem Unternehmen, richtete sich unser Workshop.
Gemeinsam mit Rolf Hempel, Ingenieurpädagoge und Experte für professionelles Onboarding, und Heike Melzer, Stresscoach und Gründerin von „Stress Ade“, haben wir ein intensives Trainingsprogramm durchgeführt – mit dem Ziel, aus jedem einzelnen Messeauftritt ein echtes Erlebnis für Besucherinnen und Ausstellerinnen zu machen.
Rolf Hempel eröffnete den Tag mit einem Impulsvortrag, der eindrücklich zeigte, wie viele kleine Details einen Messeauftritt zum Erfolg führen können. Angefangen beim frühzeitigen Ankommen und dem gezielten Austausch mit benachbarten Ständen über das genaue Erkunden der Umgebung bis hin zur bewussten Zieldefinition – all das macht den Unterschied. Besonders betont wurde die Bedeutung sogenannter Follow-ups: Ob Einladungen zu Tagen der offenen Tür, Hinweise auf neue Stellenanzeigen oder gezielte Nachfassaktionen – wer Messekontakte nicht nachbereitet, verschenkt wertvolles Potenzial.
Im zweiten Teil übernahm Heike Melzer das Ruder – und brachte wortwörtlich Bewegung in den Raum. Mit praxisnahen Aktivierungsübungen zeigte sie, wie man trotz langer Stehzeiten und Messehektik körperlich und mental leistungsfähig bleibt. Neben gezielten Atemtechniken, einfachen Dehnübungen und kleinen Konzentrationsritualen begeisterte vor allem eine Übung, mit der man inmitten des Trubels den Fokus auf das Gegenüber zurückholt – ein echtes Highlight für alle, die auf lauten Messen nicht den Gesprächsfaden verlieren wollen.
Auch die Ernährung kam nicht zu kurz. Heike lieferte wertvolle Tipps, wie man sich an langen Tagen sinnvoll und energiespendend versorgen kann – und das ohne Zuckerschock und Mittagstief. Naturbelassene Snacks wie Nüsse, Vollkornprodukte und frisches Gemüse wie Karotten, Paprika oder Gurken sind nicht nur gesünder, sondern auch nachhaltige Energielieferanten. Und als kleiner Geheimtipp für fitte Beine bis zum Abend: Kompressionsstrümpfe – unsichtbar, aber wirkungsvoll.
Dieses Training war weit mehr als eine Pflichtveranstaltung – es war ein lebendiger, motivierender und praxisorientierter Auftakt für einen erfolgreichen Messeauftritt. Mit vielen neuen Impulsen, hilfreichen Techniken und einem klaren Fokus auf Menschlichkeit und Professionalität am Stand gehen wir bestens vorbereitet in den Karrieretag 2025.
Wer beruflich durchstarten will, muss erst einmal seinen eigenen Weg finden – auch wenn das Ziel für manche noch in weiter Ferne liegt. Genau das zeigt auch das Beitragsbild, das symbolisch für die aktuelle Lebenssituation der insgesamt sechs Jugendlichen aus dem Safe-Hub-Playmaker-Programm steht: voller Aufbruchsstimmung, aber noch nicht ganz am Ziel.
Tag 1 – Von der Charité bis zur Bowlingbahn
Der erste Tag begann am Campus des Charité Virchow-Klinikums. Dort begrüßte uns Annika Paul, die Koordinatorin für Fachpraxisanleitung. Gemeinsam mit ihr erkundeten wir die Stationen der Hepatologie und Gastroenterologie. Die Stationsleitungen erklärten den Jugendlichen anschaulich, welche Krankheitsbilder dort behandelt werden und wie der Alltag auf einer Station aussieht.
Danach ging es in einen echten Hörsaal: Dort wurden die vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten an der Charité vorgestellt – vom klassischen Pflegeberuf bis hin zu spezialisierten Studiengängen. Eine beeindruckende Palette, die viele neue Perspektiven eröffnete.
Doch damit war der Tag noch lange nicht zu Ende. Nach dem medizinischen Einblick stand der Besuch im Big Bowl Lichtenberg an – dem Unternehmen von Detlef Heinze, Vorstandsmitglied des FKU. Hier lernten die Jugendlichen die facettenreiche Welt der Gastronomie und Hotellerie kennen. Ein Highlight war definitiv der Blick hinter die Kulissen der Bowlingbahn: Wie funktioniert die Technik im Hintergrund? Wer sorgt für den reibungslosen Ablauf?
Zum Abschluss durften die Jugendlichen ihr Talent bei einem kleinen Service-Parcours unter Beweis stellen – mit viel Humor, Einsatz und Teamgeist.
Tag 2 – Zwischen Kinderklinik und Hochhausdach
Der zweite Tag führte erneut zur Charité. Dieses Mal begrüßte uns Anette Fritsch, die seit über 30 Jahren in der Kinderklinik tätig ist. Besonders bewegend war der Besuch auf der Kinderkrebsstation. Wer meint, das sei ein trauriger Ort, liegt falsch: Die bunt gestalteten Räume, die liebevoll engagierten Pflegekräfte und das Lachen der Kinder zeigten wie viel Lebensfreude auch in schwierigen Situationen möglich ist.
Ein weiteres Highlight war die Neugeborenenstation. Während der Visite durften die Jugendlichen sogar einen Blick auf Zwillinge im Brutkasten werfen, die etwas zu früh das Licht der Welt erblickt hatten.
Im anschließenden Gespräch betonte Anette Fritsch noch einmal, wie sinnstiftend der Beruf der Pflegefachfrau ist. Ihren eindringlichen Rat gab sie den Jugendlichen mit auf den Weg: „Stellt euch die wichtigste Frage überhaupt: Möchte ich mit Menschen arbeiten – oder mit Maschinen?“ Diese Überlegung bildete auch den Übergang zur letzten Station des Tages.
Diese führte zur NAMOS Verwaltungs-Immobilien GmbH, wo uns Carsten Winkler, ebenfalls Vorstandsmitglied, einen exklusiven Einblick in die Gebäudetechnik der Oberbaum City gab. Von riesigen Pumpenanlagen über moderne Brunnensteuerungen bis hin zu gewaltigen Lüftungs- und Entrauchungsanlagen – hier wurde deutlich, wie komplex und technisch anspruchsvoll Gebäudemanagement sein kann.
Den krönenden Abschluss bildete ein besonderer Moment: Ein exklusiver Blick vom Lux Tower – ein Ort, der nur wenigen zugänglich ist. Hoch über Berlin konnte man den zurückgelegten Weg Revue passieren lassen.
Ob die vorgestellten Berufe am Ende die richtigen für jeden Einzelnen sind, bleibt offen. Was wir aber mit Sicherheit sagen können: Wir haben gezeigt, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten sind – und dass es sich lohnt, neugierig zu sein, Fragen zu stellen und den eigenen Weg zu erkunden. Die Playmaker nehmen von diesen zwei Tagen viele Eindrücke, neue Perspektiven und vielleicht auch ein klareres Bild ihrer beruflichen Zukunft mit.